Von Datendrehscheiben, Netzwerken und Schnittstellen

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Datendrehscheibe als Zukunftsvision

Einhundert Prozent Überblick, einhundert Prozent Transparenz, hundert Prozent Benutzerfreundlichkeit, hundert Prozent Servicequalität, hundert Prozent Verfügbarkeit, hundert Prozent Leistung. – Dieses Spektrum an Anforderungen gehört zum Standard dessen, was von Dienstleistern in der Logistik heute erwartet wird. Ein auch nur geringfügiges Defizit an Leistungsfähigkeit wird immer weniger entschuldbar, je enger die Verzahnung von Produktions- und Logistikprozessen innerhalb einer Supply Chain ist. Der Verweis auf intelligent gestaltete Systeme zur Datenverarbeitung und Planung logistischer Prozesse ist inzwischen zur Binsenweisheit geworden, gehören solche Systeme doch spätestens seit dem Ende der 90er Jahre zur unabdingbaren Ausrüstung von Produzenten, Logistikdienstleistern und Spediteuren. Und dennoch: es gibt neue Herausforderungen, denn mit der Verfügbarkeit von Daten und der Nutzung von Planungssystemen allein ist eine wesentliche neue Anforderung noch längst nicht erfüllt: Es geht um die Durchlässigkeit und die Vernetzung von Systemen.
Kein Anschluss für Ihre Daten
Bislang stehen ERP- ebenso wie Speditions- und Warehouse Management Systeme fast ausnahmslos als isolierte Inseln in einem immer reißender werdenden Strom aus Daten da. Im besten aller Fälle gibt es Verknüpfungen zwischen den verschiedenen Softwaresystemen innerhalb eines Unternehmens. Doch selbst hier funktioniert die Datenübertragung zumeist auf denkbar schlichte Weise: Export der Daten in ein Tabellendokument und im anderen System dann der Import der Daten aus dem zuvor erzeugten Dokument. Die objektive Verbesserung der Technologie im Vergleich zum Zeitalter der Datentypistinen ist beschämend gering. Noch dramatischer ist es, wenn Daten nicht innerhalb eines Unternehmens, sondern vom Auftraggeber in das System des Auftragnehmers übertragen werden sollen. Spätestens das mächtige SAP-System eines Industriekunden ist für die meisten mittelständischen Auftragnehmer eine unüberwindbare Hürde. Doch im durchweg pragmatischen Logistikmarkt findet sich auch hier eine verblüffende Lösung: Datensätze des Auftraggebers werden an den Auftragnehmer übergeben, aus dem SAP-System gebucht und sind dann schlicht nicht mehr nachprüfbar beim Dienstleister. Der Auftraggeber muss sich also blind auf den Dienstleister verlassen und hat kaum eine Möglichkeit, seine ausgelagerten Bestände nochmals zu prüfen. Ein Verfahren, dass eher an den unsicheren Warentransport des 18. Jahrhunderts auf hoher See erinnert als an heutige IT-Verfahren.
Datendrehscheiben statt Schnittstellen
Doch wie ist hier Abhilfe zu schaffen? Wie können die verschiedenen, jeweils für sich gut entwickelten Systeme harmonisiert und aufeinander ein- und abgestimmt werden? Die Lösung könnte wiedereinmal das Internet liefern. Wie ein Spinnennetz sollten die verschiedenen IT-Systeme miteinander verbunden sein und die unterschiedlichen Datenformate aufeinander abgestimmt, ihre Sprachen wechselseitig übersetzt werden. Eine zentrale Plattform könnte beispielsweise als Datendrehscheibe fungieren. Sie würde Daten einsammeln, sie ins benötigte Format bringen und weitergeben. Eine Drehscheibe wie eine universale Schnittstelle von allen Systemen zu allen Systemen. Der Vorteil wäre enorm, könnten doch einmal etablierte Schnittstellen zu verhältnismäßig günstigen Preisen auch in anderen, ähnlich strukturierten IT-Systemen etabliert werden. Der individuelle Aufwand für jedes Einzelunternehmen wäre vergleichsweise gering, der erzielte Nutzen jedoch ungeteilt groß. Bisher jedoch ist das Zukunftsmusik. Der heute eingeschlagene Weg ist entweder ein gänzlich unzeitgemäßer mit Datenex- und Datenimport via Tabellendokument oder aber ein exklusiv teurer mit Hilfe jeweils individuell und immer wieder neu gestalteten starren Schnittstellen. Die Zukunft wird zeigen, dass es für eine echte Vernetzung in intelligenten, schnellen und leistungsfähigen Verbundsystemen andere und flexiblere Strategien braucht. Nur sie können letztlich helfen, das Rad in der Logistik schneller und weiter zu drehen.

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